Politik & Forschung

Hier finden Sie Informationen zu politischen Entwicklungen und Neuigkeiten aus der Forschung.


Gegen die Stigmatisierung von Menschen mit psychischen Erkrankungen in den Medien – Aktionsbündnis Seelische Gesundheit legt Abschlussbericht vor

In einem mehrteiligen Medienprojekt zur Förderung der Aufklärung über psychische Erkrankungen im Bereich der Medien und des Journalismus, gefördert vom Bundesministerium für Gesundheit, hat das Aktionsbündnis Seelische Gesundheit mit verschiedenen Interventionen untersucht, wie die Voraussetzungen für eine nicht diskriminierende und nicht stigmatisierende Berichterstattung über Menschen mit psychischen Erkrankungen zu verbessern sind. Die Ergebnisse liegen nun in einem Abschlussbericht vor und verdeutlichen, dass sich durch Schulung, Begegnung und Aufklärung die Medienschaffenden zu einer Vermeidung von stigmatisierenden Mediendarstellungen gewinnen lassen.

Zur Verstetigung der Inhalte des Projektes wurde ein Leitfaden für Journalisten und Redakteure entwickelt. Mit dem Aufruf „Fair Media – für die Menschen gegen Ausgrenzung“ stehen auf einer Onlineplattform, den Medienschaffenden Hilfestellungen für die Berichterstattung, relevante Kodizes, Dossiers und Expertenwissen zur Verfügung.
www.fairmedia.seelischegesundheit.net


Gemeinwohl gewinnt: Jede zweite Stiftung wird erben

Berlin, 10. Dezember 2015. Fast 53 Prozent aller Stifterinnen und Stifter wollen ihrer Stiftung Geld vererben, 34 Prozent werden schon zu Lebzeiten das Kapital aufstocken. Dies sind Ergebnisse der Studie "Stifterinnen und Stifter in Deutschland. Engagement – Motive – Ansichten", für die der Bundesverband Deutscher Stiftungen rund 700 Stiftende befragt hat.

Prof. Dr. Hans Fleisch, Generalsekretär des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen, auf der Pressekonferenz in Berlin: "Die in Ausführlichkeit und Aktualität einzigartige Studie füllt eine Wissenslücke. Mit der Befragung von fast 700 Stifterinnen und Stiftern können wir detailliert beschreiben, wer, warum, wofür und wie in Deutschland stiftet. Die Stifterstudie 2015 nimmt zudem die Zukunft der Stiftungen in den Blick. Fast 80 Prozent der Stifter, die zustiften wollen, planen das bestehende Stiftungskapital mindestens zu verdoppeln. Rund 17 Prozent wollen das Kapital gar mehr als verzehnfachen. Damit stehen die Stiftungsvermögen in Deutschland vor einem immensen Wachstumsschub." (Quelle: www.stiftungen.org / Bundesverband Deutscher Stiftungen)

Weitere Informationen zur Studie finden Sie hier.

 


Initiative "Reden Sie mit!"

Die Eckhard Busch Stiftung unterstützt die Initiative "Reden Sie mit!"

Sie und 19 Personen im Bus oder in der U-Bahn: Statistisch gesehen haben 4 davon eine psychische Erkrankung, waren krank oder werden erkranken. Vielleicht sind Sie eine davon – sind heute nur mit Mühe aus dem Bett gekommen, können kaum gehen vor Trauer. Man sieht es Ihnen an. Aber Sie sind nicht grantig. Sie sind krank …

Reden Sie mit! ist eine Initiative der Ludwig Boltzmann Gesellschaft. Ihre Beobachtungen im Umgang mit psychischer Krankheit – ob Sie selbst betroffen sind oder jemanden begleiten (als Angehörige/r, Betreuende/r, TherapeutIn oder Arzt/Ärztin) – sind von höchstem Wert für die Forschung. 


Teilnehmen

Das können Sie tun:

Ob als PatientIn, Familienmitglied, Pflegende/r, Arzt/Ärztin, TherapeutIn oder in einer anderen Rolle, sagen Sie uns zwischen dem 16.4. und dem 16.6.2015 zu welchen Themen im Bereich psychischer Krankheiten es mehr Forschung geben sollte! Stellen Sie Ihren Beitrag ein! Alle Angaben werden vertraulich bzw. in der Datenerfassung anonymisiert behandelt. Aus allen Beiträgen werden Themen für die weitere wissenschaftliche Untersuchung ausgewählt. Vielleicht kann gerade Ihr Beitrag helfen, psychische Krankheiten besser zu verstehen und Heilmethoden zu entwickeln. 

Depressionen online entgegenwirken

Online gegen Depressionen: Die DAK-Gesundheit hat die weltweit größte Studie zur Wirksamkeit eines Internet-Programms gestartet. Das Programm mit dem Namen „deprexis“ richtet sich an Personen mit depressiven Verstimmungen. Depressionen bilden das häufigste Krankheitsbild unter den psychischen Leiden, die meist eine lange Dauer haben. 

Forschung für unsere Gesundheit 2011

Auf Initiative des Bundesministerium für Forschung und Entwicklung steht das Jahr 2011 unter dem Motto "Forschung für unsere Gesundheit“.

Auch zum Themenbereich neurologische und psychiatrische Erkrankungen gibt es auf der Website des Wissenschaftsjahres viel Wissenswertes zu erfahren, hilfreiche Links zu Organisationen und Institutionen und Hinweise auf Veranstaltungen.

Weitere Informationen finden Sie hier.

Wirksame Interventionen zur Entstigmatisierung

Das Aktionsbündnis Seelische Gesundheit hat eine umfangreiche Studie zum Thema Konzeption und Umsetzung von Interventionen zur Entstigmatisierung seelischer Erkrankungen im Auftrag des Bundesgesundheitsministeriums durchgeführt. In Deutschland und auch weltweit gibt es bereits zahlreiche Maßnahmen zur Reduzierung des Stigmas psychischer Krankheiten. Den Autoren der Studie zufolge sind Interventionen vor allem dann wirksam, wenn sie neben der Aufklärung über psychische Erkrankungen interaktiven Kontakt zu Betroffenen einschließen.

Weitere Informationen finden Sie hier.

Schizophrenie als Metapher und die Folgen

Für meinen Parlamentskollegen S. der mich durch eben diese Verwendung des Wortes als Metapher dazu provoziert hat, diese Zeilen zu verfassen.

Als Metapher wird die Verwendung eines Wortes außerhalb seiner eigentlichen Bedeutung verstanden.

Schizophrenie ist kein Charakterzug, sondern eine schwere, im Allgemeinen gut behandelbare Krankheit. Sie beeinträchtigt - solange sie unbehandelt ist - das Fühlen, das Wahrnehmen und das Wollen-Können. 

Wenn das Wort schizophren, so wie es sich in der Umgangssprache eingebürgert hat, nicht zur Bezeichnung einer Krankheit, sondern als Metapher verwendet wird, steht es im Allgemeinen für "verrückt, absurd, gespalten, gefährlich". Daran hat die Verwendung dieses Wortes in den Medien sowie die Darstellung von gefährlichen, unheimlichen Personen in Film und Fernsehen (man denke nur an die Krimis!) keinen kleinen Anteil.

Die Folgen für die Kranken und ihre Angehörigen sind verheerend und leicht vorstellbar. Wenn jemand, der schizophreniekrank ist, deswegen als verrückt, gespalten, gefährlich und in der Folge davon als unheimlich gilt, ist seine Integration in Gesellschaft und Arbeitswelt unmöglich. Dies führt zu einer Diskriminierung und Bestätigung des Krankheitssymptoms Wahnvorstellung: der Teufelskreis schließt sich!

Ich hoffe, dass ich mit diesen Überlegungen zum Nachdenken anregen und dazu beitragen kann, die Verwendung des Wortes schizophren und seiner Abwandlungen wie z. B. schizo zu verringern. 

Denn Schizophreniekranke und ihre Angehörigen verdienen unser Mitgefühl und nicht Ausgrenzung und Angst.

Beatrice Alder Finzen

Das neue DSM V - eine Einschätzung von Asmus Finzen

Die Einführung der neuen Version des amerikanischen Manuals für Diagnostik und Statistik der psychiatrischen Diagnosen (DSM V) hat im Vorfeld viel Wirbel verursacht, insbesondere in deutschen Medien.

Seit der Veröffentlichung herrscht Ruhe. Asmus Finzen hat sich die Mühe gemacht, sich durch dieses unhandliche Handbuch zu quälen und sich einige Gedanken dazu gemacht.

Sein Manuscript finden Sie hier.