Forensikprojekt "Lockerungsübungen"

Ein voller Erfolg!

Das Projekt „Lockerungsübungen“, eine Kooperation mit dem Köln Ring GmbH ist abgeschlossen.

Unser erster Eindruck hat sich bestätigt. Die sechs Patienten der forensischen Abteilung der LVR Klinik Merheim haben ihre Bilder bis zum letzten Termin, mit viel Liebe und Geduld,  bearbeitet. Keiner der Teilnehmer hat einen der acht Arbeitstage versäumt, sodass alle zu einem schönen Ergebnis gelangten und ein realistisches Gefühl für die Auseinandersetzung mit künstlerischen Fragen erlangten. Die zuvorkommende und kollegiale Stimmung unter den Patienten und die interessierte Haltung uns und den Projektleitern gegenüber, machte dieses Projekt, außerhalb des gewohnten Alltages in der Klinik, zu einer wunderbaren Begegnung mit großem Erfolg!

Am 19.10.16 waren wir mit unserem Forensikprojekt „Lockerungsübungen“ gestartet, ein Gemeinschaftsprojekt mit dem Köln-Ring. Die Köln-Ring gGmbH bietet Hilfen für psychisch erkrankte und behinderte Menschen in Köln, in Trägerschaft der Stegerwald-Stiftung und des Caritasverbandes für die Stadt Köln e.V. Unter der Leitung von Frau Tina Emsermann wird schon seit vielen Jahren die Möglichkeit angeboten künstlerisch zu arbeiten. So stellt der Köln-Ring das atmosphärisch wunderschöne Atelier in der Maria-Himmelfahrt-Straße zur Verfügung, während die Eckhard Busch Stiftung das Forensikprojekt mit qualitativ hochwertigen Künstlermaterial  ausstattet.

Es haben sich 6 Patienten aus der Forensischen Abteilung der LVR-Klinik Köln-Merheim gemeldet, die aus eigenem Interesse gerne an diesem Angebot teilnehmen wollten. In zwei Gruppen aufgeteilt begleitet Frau Emsermann die Maler mit Acrylfarbe, Bleistift und Kohle so, dass jeder sich mit dem Thema beschäftigen kann, welches ihm persönlich ein Anliegen ist. Die andere Gruppe interessiert sich für die Technik der Eitemperamalerei und sammelt nun Erfahrungen mit dem flüssigen Malmittel, das mit sehr viel Geduld und einem dynamischen Pinselstrich Schicht für Schicht auf die Leinwand aufgetragen wird. So können wir zwei völlig unterschiedliche Malmethoden anbieten, die beide in ihrer Qualität stärkende und unterstützende Eigenschaften haben.

Die Patienten haben sich schnell eingefunden und sind sehr konzentriert, offen und mit vielen Ideen in die künstlerische Arbeit eingetaucht. Die ersten Rückmeldungen sind sehr positiv, die Arbeit erfüllt sie mit Freude und Stolz. Es ist die Abwechslung, die die Zeit so kurzweilig erscheinen läßt, so dass die Patienten schon angeboten haben auf ihr Mittagessen zu verzichten.

Für diese Menschen ist der Aspekt der Abwechslung aber auch die Begegnung und Auseinandersetzung mit Frau Emsermann und mir in anderen Räumlichkeiten, in „Freiheit“, ein ganz wichtiger Moment und eine Übung sich auf ein Leben nach dem Maßregelvollzug vorzubereiten und  eine Möglichkeit sich individuell wieder als Teil in dieser Gesellschaft einzufinden. Lesen Sie den Erfahrungsbericht 1 und den Erfahrungsbericht 2 von zwei Patienten.

Wir sind sehr froh über dieses Ergebnis und freuen uns über die kreativen Werke und die tolle Zusammenarbeit mit den Patienten und dem Köln-Ring, in Persona mit Frau Tina Emsermann.

Vom 12. Juni bis 31. August 2017 sind die entstandenen Bilder in einer Ausstellung in der LVR-Klinik Köln zu sehen. Die Vernissage zur Austellung findet am 12. Juni 2017 statt, ab 19.00 Uhr stehen Getränke im Foyer bereit. Gegen 19.30 Uhr folgen eine Einleitung und ein Rundgang durch die Ausstellung. Anschließend haben Sie Gelegenheit mit der Sozialarbeiterin Hannah Menne, die die Patienten im Projekt begleitet hat, ins Gespräch zu kommen. Finden Sie hier die Einladung zur Vernissage mit weiteren Informationen.

In dem Artikel "60 Mal mit dem Pinsel drübergegangen" berichtet die Kölnische Rundschau über das Projekt und die Ausstellung "Lockerungsübungen".