Kunstsammlung: Art Brut und Outsiderart

Die Arbeit an unseren Kalendern „Bilder für die Seele“ und besonders die Bilder von Günther Neupel, München, haben unser Interesse an der Art Brut und der Outsiderart geweckt. Art Brut, bzw. Outsiderart nennt man die Kunst z.B. von psychisch erkrankten Menschen, die nicht eigentlich ausgebildete Profis im Kunstbereich sind. „Es ist eine Besonderheit dieser Kunstrichtung", so schrieb eine Züricher Zeitung, "… dass die Künstler/Innen in völliger Unabhängigkeit von Zeitgeist und Stilrichtungen arbeiten können. Die Motivation ist nicht der Verkauf oder mit ihren Werken zu gefallen. Die Motivation ist, sich auszudrücken, ihr Erleben und Fühlen sichtbar zu machen, auf unterschiedlichste Weise.“

In kleinen Schritten haben wir begonnen, diese Kunst zu sammeln. Wir haben einige unterschiedliche Werkstätten, Ausstellungen und Museen besucht, die meisten sind an psychiatrische Einrichtungen angeschlossen, aber es gibt auch freie Werkstätten, die von Kunsttherapeuten geleitet werden. Bei den Ausstellungen hatten wir sogar die Gelegenheit einige der Künstler persönlich kennenzulernen. Dies alles waren insgesamt sehr eindrucksvolle Erlebnisse. In dem Artikel "Outsider Art: individuell, ausdruckstark und berührend" in der Psychosozialen Umschau (2017: Ausgabe 2) erzählt Marlies Busch mehr darüber, wie die Idee einer stiftungseigenen Sammlung Gestalt annahm.

Wir sind stolz und freuen uns, dass wir diesen Schritt zu einer Sammlung, die inzwischen beachtlich gewachsen ist und auch weiterhin wachsen soll, getan haben, damit wir auch auf dieser Ebene eine Annäherung an das Fühlen und Erleben von Menschen mit psychischen Erkrankungen ermöglichen können. Unten finden Sie einige Werke. Die Kalender „Bilder für die Seele“ 2016 und 2020 sind ausschließlich bestückt mit Kunstwerken aus der eigenen Sammlung. Für Fragen wenden Sie sich gerne an die Stiftung: info(at)eckhard-busch-stiftung.de oder 0221 – 50 60 87 58.


Der Kölner Dom als Kunstobjekt und Coronahilfe

EINE WEIHNACHTSAKTION DER ECKHARD BUSCH STIFTUNG.Köln. Eine Stadt, die für Vielfalt, Kultur und Lebensfreude steht. Und mit einem Wahrzeichen, das weltbekannt ist: Der Kölner Dom. Siegfried Keller, Künstler und der Stadt sehr verbunden, hat sich die unverkennbare Silhouette des Doms zum Vorbild genommen und unverwechselbare Papercuts gestaltet. Die Besonderheit der Papercut-Arbeiten ist, dass sie aus bestehenden Werken ausgeschnitten werden. Durch die vielfältigen Materialien, Farben, Techniken und Stilrichtungen ist jede für sich ein Unikat!

Und dennoch haben die Papercut-Motive eins gemeinsam: Jedes für sich erzielt durch die flächenhafte Farbgebung und spannungsgeladenen Linien ein Gefühl der Wärme, die Schichten übereinanderliegender Farben, die sich gegenseitig zum Leuchten bringen, stehen sinnbildlich für Herzlichkeit- die des Künstlers und die der Stadt Köln.

Nehmen Sie ein bisschen was von dieser Lebensfreunde, Farbe und Herzlichkeit mit, für sich selbst oder auch als Geschenk zu Weihnachten. Mit dem Kauf der Bilder tun Sie Gutes: Der Erlös geht in einem großen Umfang an unsere Kooperationspartner als Coronahilfe in diesen schwierigen Zeiten der Pandemie. Wir danken an dieser Stelle von Herzen allen Beteiligten und vor allem Siegfried Keller!

Den Flyer zur Aktion finden Sie hier.

Über die Kunst von Siegfried Keller

Siegfried Keller kam mit Anfang 60 völlig unverhofft zur Kunst: Eine Kunst-Mitmach-Aktion in der Kreativitätsschule Refrath / Kunstakademie Bergisch Gladbach riss ihn in seinen Bann. Es war Liebe auf den ersten Blick und wurde fortan sein ständiger Begleiter im Alltag.

Die zeitgenössische Kunst bietet vielfaltige Materialien, Farben, Techniken und Stilrichtungen. Herr Keller erlernte sie alle, experimentierte unermüdlich, schuf vieles, verwarf einiges und fand so seinen ganz eigenen Stil. Seine Kunst erinnert stark an die der Fauvisten, wie Henri Matisse. Auch in seinen Werken findet man eine expressive, flächenhafte Farbgebung und spannungsgeladene Linien. Die Farbauswahl ist stets heiter und besteht aus Grund- und Komplementärfarben. Sie liegen in vielen Schichten übereinander und bringen sich gegenseitig zum Leuchten. Oft entdeckt man im abstrakten Farb- und Formspiel Pflanzen, Menschen und Landschaften. Manchmal ist der Betrachter einfach eingeladen, seiner eigenen Fantasie freien Lauf zu lassen. Denn wie Max Ernst und Paul Klee geht der Künstler Siegfried Keller den Weg des Prozesses ohne vorab ein genaues Motivthema vor Augen zu haben. Die Idee entwickelt sich während des künstlerischen Tuns und erhält dadurch einen starken, individuellen Ausdruck.

Sein großes Spektrum an verschiedenen Kunsttechniken zeigt sich schließlich auch in seinen Aquarellwerken. Diese sind im Gegensatz zu seinen Leinwandarbeiten mit Acrylfarben, oft in zarteren Farben, detailgenau und gegenständlich gezeichnet. Von Urlaubsimpressionen, über Städteansichten, Tieren bis hin zu Pop Art Motiven findet man hier ein breites Motivspektrum vor. Doch egal auf welchem Untergrund Herr Keller mit den verschiedenen Werkstoffen malt, sein Stil ist immer klar erkennbar: Die stets gelungene Farbauswahl, die sich gegenseitig zum Leuchten bringt. Sie entspricht dem herzlichen Wesen des Künstlers und seine Neugier, Offenheit und Experimentierfreude schaffen stets in jedem einzelnen Werk einen spannungsvollen Inhalt.




Ausstellung

Wir freuen uns sehr, dass es gelungen ist eine Ausstellung mit einer Auswahl aus unserer Sammlung auf die Beine zu stellen, die nun schon an 5 Ausstellungsorten zu sehen war. Das Onlinemagazin InnenLeben berichtet über unsere Ausstellung, lesen Sie den Artikel.

Weitere Informationen zu den Ausstellungsorten erhalten Sie, wenn Sie auf den jeweiligen Ort klicken.

* Café inSide, Köln (08.02. - 16.05.2019)

* Café "Wo ist Tom?", Köln (10.07.2018 - 21.01.2019) und Haarsalon „HeadhouseDeluxe“, Köln (10.07. - 08.10.2018, verlängert bis 23.03.2019)

* Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Uniklinik Köln (17.04. - 06.07.2018)

* Gelenkzentrum Bergisch Land, Haan (21.05.2017 - 13.04.2018)



Georg Brinkschulte, Senden

Andreas Bosch, Köln

Reiner Brosin, Dortmund

Hanna Chrobozek, Grenoble

Marc Czyzewski, Karlsruhe

Immo Fiebelkorn, Rotenburg

Grischan, Dortmund

Michael Gude, Gescher

Armin Hummel, St. Augustin

Magura, Köln

Stephan Meishner, Jever

Günther Neupel, München

Michael PG, Schweich

Carmen Rakemann, Celle

Thomas Riesner, Leipzig

Anna Sewanian, Karlsruhe

Stefan Tiersch, Aachen

Falko Tietz, Ottndorf / Okrilla